Alter: 42
Anmeldungsdatum: 09.05.2003
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14/2/2010 Geselschaftliche Entwicklung 2010
Meine Sicht der "zukünftigen" Gesellschaft!
EU-Abgeordnete pochen auf ihre 3,5% Gehaltserhöhung, die "Wirtschaftskrise" ersetzt den als ablösend geltenden Begriff "Outsourcing" und vier stellige Anzahl an Mitarbeiter werden ganz "aus gesourced". Zu vor hat man schon die Produktion verlagert.
Geizhals Mentalität in jeder Ebene
Während wir uns wegen ein paar EUR Unterschied, Preisvergleichsportale Wochen lang studieren um dann waren über das Internet aus dem Ausland liefern lassen, handeln Aktionäre ihre Interessen aus dem gleichen Grund hinter Staatsgrenzen aus. Straßen sind gepflastert von leeren Geschäftslokalen die keiner sich leisten kann, Jungunternehmer bekommen Förderungen auf das was sie am Anfang der Gründung sowieso nicht haben, und das Rechtsgefüge in der Informationstechnologie Bröckelt von Interessen des Überwachungswahns und Datenhandels. Immaterieller Güter sind nur das Wert worauf es gespeichert sind und Arbeitssuchende pflegen Bewerberdatenbaken in Vollzeit ohne Ende.
Selbstbedienungsgeselschaft
Bewerbungsprotokolle führen wir selbst in Datenbanken, Bankkgeschäfte tätigen wir selbst mit Netbanking und unsere Möbel liefern und bauen wir selber auf. Zu Mittagessen stellen wir uns selber vor die Theke und auch ein Tankwart gehört nicht mehr in unsere Geselschaft. Unsere Kleidung und Schuhe suchen wir ohne Beratung aus dem Internet und sogar den Friseur ersetzt der eigene Haarschneider oder Peroxid. Wir sind Tankwart, Friseure, Hausmeister, Bankangestellte, Kellner, Tischler, Webdesigner und wenn es so weitergeht sind wir bald alle Allroundtalente.
Arbeitsmarktgestaltung
Das größte gesellschaftliche Problem ist, dass uns angemessen entlohnte Arbeitsplätze fehlen. Das löst man in dem Arbeitslose Personen Arbeitsplätze mit niedriger Entlohnung schafft und die unschuldig gewordenen Arbeitslosen über sinnlose Zwangsmassnahmen in die "Gratis"-Arbeit zwingt! - Entlohnt unter anderem über die Versicherungsleistung, auf die man ohnedies Rechtsanspruch hat. Dies hat auch eine gewisse Eigendynamik zur Folge, die Arbeitnehmer aus dem ersten, angemessen entlohnten, Arbeitsmarkt drängt und sie diese Arbeit nachher, "als Arbeitslose" über Zwangsmassnahmen (oder über Personalbereitsteller vermittelt), mit niedrigster Entlohnung verrichten müssen und das auch nur so lange es Wirtschaftlich "Angenehm" ist.
Beste Beispiel dafür sind Universitäts-Absolventen die gezwungen sind eine Stelle an zu nehmen, deren Entlohnung von Lehrlingen im letzten Lehrjahr entspricht, die wiederum jetzt als gelernter Fachkraft keine Stelle mehr finden. Oder die öffentlich nie zugegebene "Dequalifizierungsmaßnahme" der AMS für Langzeitarbeitslose*, Facharbeiter jeder Branche als Hotline (Verkaufs)berater oder anderweitiger Hilskräfte (mit entsprechender KV-Mindestlohn) zu vermitteln. Post- Angestellte oder Beamter werden Polizisten oder Schülerlotsen. Montage und Wartungsabeiten an öffentlichen Spielgeräte führen EDV-Techniker mit 25 Jahren Berufserfahrung mit höherqualifizierung aus.
* Langzeitarbeitslos gelten alle Personen die länger als 12 Monate arbeitslos gemeldet sind und im Letzten Jahr weniger als 3 Monate beschäftigt waren. (Also auch jene die gerade 2 Monate beschäftigt waren)
Politik
Niemand ist in der Lage alle Zusammenhänge unserer Welt zu verstehen und zu begreifen und deren Einfluss auf unsere Gesellschaft und die Zukunft, einschätzen zu können. Deswegen haben wir gewählte Vertreter die für uns sprechen auf denen wir aber wiederum wenig Einfluss haben. Man redet von "Politikverdrossenheit" obwohl unsere Meinung bei niemand eine Interesse weckt. Während in den Arab. Emiraten oder der Schweiz Entscheidungen mit Einbezug der Stimmberechtigten erfolgen kann und erfolgt, müssen andere Stimmberechtigten erst Protestieren um angehört zu werden.
EU - Spielwiese von Lobbisten und Multikonzerne
Die Bankrott Erklärung Griechenlands (Unstimmigkeiten waren vor Beitritt bekannt) und der neue Residenz der EU, so wie die neuen Beitrittsländer machen mich nicht optimistisch. Als Vertreter von Wirtschaftsunternehmen und Regierungen lassen sich einfallsreiche globalisierungskritische Politaktivisten (Andy Bichlbaum und Mike Bonanno) auf internationale Kongresse einladen und konfrontieren die Teilnehmer mit absurden Szenarien. Doch das Lachen bleibt einem im Halse stecken, wenn man realisiert, dass die zum Teil makaberen Projektvorschläge von vielen Kongressteilnehmern für bare Münze genommen werden.
Umso mehr wir uns mit etwas beschäftigen, um so mehr wissen wir an eignen, um so näher gelangen wir der Wahrheit und um so schlechter wird unser wohl befinden sein.